Z I V I L C O U R A G E

18 fresken für die toleranz

Z  I  V  I  L  C  O  U  R  A  G  E

Karawanserei e.V. Dresden Deutschland
Excessiv' e.V. Toulouse Frankreich
SOS Racisme e.V. Europa

Offener Brief an alle „Fremden“*, die in Sachsen leben
* “Fremde“ in der einen oder anderen Art, sind wir es alle! 

Juli 2009 vor versammeltem Publikum:

«Welches Recht haben Sie, hier zu leben? Sie haben hier nichts zu suchen. Ich habe für die NPD gestimmt. Das alles wird ein Ende haben, sobald die NPD an der Macht sein wird…»
Der junge Mann hat außerdem vor der Zuhörerschaft deklariert, dass „diese Leute da“ nicht diffamiert werden könnten, da sie ja keine „richtigen Menschen“ seien, berichtet der Staatsanwalt in Dresden M. Christian Avenarius. (Quelle:le monde diplomatique Juillet 2009)

Dies sind die letzten Sätze, die Alex.W im Dresdner Gericht ausspricht, bevor er das Unhaltbare begeht ... ein Verbrechen, bei dem es schwierig ist, einen anderen Namen als den des neonationalistischen Verbrechens zu finden.

Wir sind die internationale Presse durchgegangen, ohne den geringsten Zweifel gab es keinen „Schleier“ über die Bedeutung der 18 Messerstiche zu legen, die tief in die junge Mutter, im dritten Monat schwanger, eindrungen.

Es ist nun an uns, diesen „Schleier“ zu lupfen oder vielmerh den Nazi-Code. 18 steht für Adolf Hitler!

Und 88 für Heil Hitler! (Sie finden diesen Code in den Speisekarten bestimmter Restaurants und auf den Nummernschildern bestimmter Autos)

„Diese Restaurants“ betreffend, laden wir Sie ein, diese einfach zu boykottieren.

Eines ist sicher. Menschen wie Alex.W sind fest davon überzeugt, dass der Fremde leider existiert. Sehr viele andere sind wie er davon überzeugt, dass “diese Leute da keine richtigen Menschen sind”. Sachsen ist das Bundesland in Deutschland, das wirtschaftlich besonders stark getroffen ist. Es ist außerdem das Bundesland, wo die NPD am meisten von diesem Leiden profitiert. Die Arbeitslosigkeit ist bekannt als ein fruchtbarer Boden für die extremen Rechten. Der Fremde oder das Fremde wird als der Sündenbock bezeichnet.

Also, es wird Zeit, dass die „störenden“ Künstler und Intellektuellen wieder zusammen kommen, die Homosexuellen, die Zigeuner, die Juden, die Moslems, Ihr, ich, alle, die nicht das sind! 

Die grundlegende Frage, die bisher ohne Antwort bleibt: Wie kann jemand wie Alex W. so werden? Marwa el-Sherbini ist tot, auch das Baby in ihrem Bauch ist gestorben, der Sohn von Marwa von drei Jahren war während der schrecklichen Geschehnisse dabei. Die Polizisten täuschten sich im Angreifer und einer von ihnen stürzte sich auf den Ehemann von Marwa. Die Freiheit von Alex W. erscheint definitiv als Kompromiss. Heute wird Dresden von dem Rest dieses Landes in erster Linie als faschistische Stadt angesehen. Was für eine Schmach! 
Quelle: le monde diplomatique

Rassistische Gewalttaten sind in Deutschland weit verbreitet. Die Neonazis, die insbesondere über das Internet durchgreifen, sind mit ca. 4 800 bekennenden Anhängern sehr aktiv. Nach dem letzten jährlichen Bericht des Ministerium des Inneren, Ende Mai veröffentlicht, sind die Delikte im Zusammenhang mit Rechtsradikalismus im Jahr 2008 (verglichen mit dem Vorjahr) um 16% gestiegen. Darunter haben die Gewaltakte um 6% zugenommen.

«Der Anstieg der rechtsradikalen Gewalt in 2008 ist besorgniserregend.»


Zweifellos existiert zwischen den Plakat Kriminelle Ausländer Raus der NPD und dem Mord an Marwa el-Sherbini eine Verbindung. Ich wage es nicht mir vorzustellen, was passieren würde, wenn so ein Plakat in Frankreich angeschlagen würde und die drei Farben enthalten würde. Das Blau? Das Weiß? Oder das Rot?
 
Die Brüderlichkeit ohne jeden Zweifel! Und zwar die Brüderlichkeit, die wir heutzutage so sehr brauchen.

Als Antwort auf den stetig wachsenden Rassismus in Sachsen lädt der Verein Karawanserei Sie vor der Premiere unseres Kurzfilm ein: Zivilcourage.

In einer Länge von 6,56 Minuten präsentiert dieser Kurzfilm das neue Projekt der Karawanserei Dresden und  der association Excessiv' aus Toulouse. Diese beiden Kulturvereine vereinigt in sich mehr als 25 Jahre Erfahrung in Projekten dieser Art und den Kampf gegen den Fremdenhass und den Rassismus.

Karawanserei schlägt jder Stadt in Sachsen die Schaffung von Fresken vor, die Toleranz thematisieren. Diese Fresken werden von Künstlern verschiedener Nationalitäten realisiert. Unser Ziel beläuft sich auf 18 Fresken als Antwort auf 18 Messerstiche, die für Marwa el-Sherbini und ihr Baby tödlich waren. In jeder Freske wird das berühmte Zitat von Rosa Luxemburg zu finden sein: 

„FREIHEIT IST IMMER DIE FREIHEIT DES ANDERSDENKENDEN“

Dieses Projekt hat absolute Priorität, es kann nur zu Solidarität führen. Ich bitte Sie daher, diesem kulturellen Projekt –ausgeweitet auf den gesamten Freistaat Sachsen- die größte Aufmerksamkeit zu schenken. 
Auf der Homepage www.toleranz-in.org finden Sie zusätzliche Informationen auf Deutsch und Französisch.

Wir suchen außerdem Personen, die die Schriftstücke auf Englisch, Türkisch, Arabisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Hebräisch, Russisch, Chinesisch, Japanisch und alle anderen hier nicht zitierten Sprachen übersetzen können.

zum Seitenanfang